Während der International Value Investing Conference 2018 hatten wir die Möglichkeit, mit Steve Gorelik von Firebird Management über Value Investing in Osteuropa zu sprechen. Steve kam 2005 zu Firebird Management und ist derzeit Leiter des Researchs.

Value Investing Osteuropa - Riga
Riga, Lettland

Steve stammt ursprünglich aus Weißrussland. Als Student an der Business School entschied er sich, sich auf Value Investing in Osteuropa zu konzentrieren. Mit Firebird Management fand er den „natural place to work“, da sich das Unternehmen auf genau diese Region konzentriert.

Gut und schlecht zugleich: Die Bewertungen in Osteuropa sind niedrig

Für Steve Gorelik ist das Gute und Schlechte an Osteuropa als Investitionsziel, dass der Markt immer attraktiv aussieht: Derzeit sind die Bewertung niedrig. Aber das sie sind auch schon eine ganze Weile.

Es gibt viele „Schlagzeilen“, wie zum Beispiel zu Korruption oder Sanktionen, die Investoren daran hindern, Osteuropa als attraktives Anlageziel zu betrachten. Steve Gorelik erlebt in seinem Engagement in der Region, dass die Schlagzeilen nur wenig von den positiven Veränderungen widerspiegeln, die vor Ort stattfanden und noch stattfinden. Seiner Meinung nach werden die positiven Veränderungen vom Markt übersehen.

Für Steve Gorelik sind die Bewertungen deswegen auch zu niedrig. Zum Zeitpunkt unseres Interviews handelte der MSCI Eastern Europe zu einem KGV von 7, während der MSCI World bei einem KGV von 16 handelt. Noch überzeugender erscheinen die Bewertungen, wenn man die Dividendenrendite von rund 5% in den osteuropäischen Märkten und Russland sieht. 2005, wo das KGV ähnlich niedrig war, lag die Dividendenrendite bei nur 1,5%. Heute hat der aber Markt eine höhere Qualität: Die Unternehmen sind viel erfahrener im Handeln in einem kapitalistischen Markt als noch vor Jahren. Die Kapitalallokation und die Fokussierung auf die Kapitalrendite haben sich dramatisch verbessert.

Auf die Frage nach Risiken in Osteuropa – und insbesondere nach politischen Risiken in Russland – antwortete unser Interviewpartner, dass das System in Russland es einem ermöglicht, Geld zu verdienen, wenn man die Regeln kennt und sich an sie hält. So führten Sie vor Ort erfolgreich Gerichtsprozesse und konnten gegen lokale Parteien gewinnen. Es gibt also einen gewissen Schutz für ausländische Investoren.

Bei der Analyse auf der Suche nach zwei Unternehmensarten

Steve Gorelik (Value Investing in Osteuropa)
Steve Gorelik bei der International Value Investing Conference

Bei Firebird Management suchen Steve Gorelik und sein Team nach zwei Arten von Unternehmen:

  1. Unternehmen mit qualitativ hochwertigen Assets: Dies sind zum Beispiel Ölgesellschaften in Russland oder Kasachstan, die einen Liter Öl für rund 5 $ pro Barrel fördern können.
  2. Unternehmen, die über die Zeit gewachsen sind und gelernt haben, in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld mit einheimischen und ausländischen Wettbewerbern zu überleben. Diese Unternehmen sind vor allem in Rumänien, Georgien oder im Baltikum zu finden.

Bei beiden Arten von Unternehmen ist Firebird Management auf der Suche nach einer guten Kapitalallokation. Diese Qualität wird immer leichter zu finden, da eine gute Kapitalallokation immer mehr zur Normalität wird.

Der Schwerpunkt für das Research und die Anlageentscheidungen von Steve Gorelik sind Wettbewerbsvorteile, die aus Assets und erfolgreichen Geschäftsmodellen herrühren. Um für ihn interessant zu sein, muss durch den Wettbewerbsvorteil Cash geniert werden. Dieser Cash muss für die Aktionäre in einer sinnvollen Art und Weise verteilt werden. Wenn Unternehmen so vorgehen, können sie interessant für den Firebird Management Fonds werden: Zum Zeitpunkt unseres Interviews hatte der gesamte Fonds ein KGV von 7-8 und eine Dividendenrendite von 4,5%. In den letzten Jahren sind die Unternehmen des Fonds um 13 % gewachsen. Somit scheint sich viel preiswerte Qualität im Fonds zu sammeln.

Georgien könnte für Value Investoren interessant sein

Value Investing Osteuropa - Riga
Inguri Damm, Georgien

Georgien ist für Steve Gorelik ein sehr interessantes Land in Osteuropa. Nach der Transformation zum Kapitalismus war Firebird Management einer der ersten Investoren im Land. Seitdem haben sie an der sehr interessanten und guten Entwicklung des Landes partizipiert. Durch ihre Präsenz lernten sie viele gut geführte Unternehmen mit einer guten Kapitalallokation kennen.

Ein Marktsegment, in dem Firebird Management in Osteuropa interessante Unternehmen finden konnte, ist das Segment der regionalen Banken. Ein gutes Beispiel ist hier die Bank of Georgia. Firebird Management war einer der früheren Investoren in das Unternehmen. Seitdem wuchs die Bank jährlich mit 10 bis 20%. Die Bank verfügt über einen nachhaltigen ROI von 20-25%. Derzeit handelt sie bei einem KGV im unteren Zehnerbereich – und könnte auch ohne Bewertungsveränderung eine jährliche Rendite von 20-25% erzielen.

Eine weitere Idee, die Steve Gorelik während der IVIC18 präsentierte, ist das polnische Medienunternehmen Agora. Hier erfährst du mehr:

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Bildquellen: Riga von Gilly über Unsplash – Inguri Damm von Alex Bagirov über Unsplash

Value Investing in Osteuropa: Unser Interview mit Steve Gorelik
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