Grundlage des Value Investings: Was ist Value Investing?

Grundlage des Value Investings: Was ist Value Investing?

Value Investing wird – nach den Lehren des Begründers Benjamin Graham – definiert als die Bestimmung des tatsächlichen Wertes und des Kaufs mit einer Sicherheitsmarge. Dies hat Ben Graham in seinem Buch, dem Klassiker „Intelligent Investieren“, vor fast 100 Jahren festgehalten. Allerdings ist diese simple Aussage („Kaufe günstig, verkaufe teuer“) Grundlage quasi jedes Geschäftes. Damit wäre jedes Investment auch eine Art Value Investing – solange man den Wert der Anlage bestimmt und von einer positiven Rendite ausgeht.

Was hebt also DAS Value Investing vom allgemeinen wirtschaftlichen Handeln ab?

Aus unserer Sicht hebt sich Value Investing dadurch ab, dass man in erster Linie auf den Wert hinter einem Investment schaut und den Preis hintenanstellt. Der Wert kann sich aus den zukünftigen Erträgen in Form von Zinsen oder Dividende – oder auch der Wertentwicklung der Anlage durch einbehaltende Gewinne ergeben. Dagegen spekuliert derjenige, der in erster Linie auf den Preis schaut auf Kursveränderung am Markt.

Der Value Investor ist ein gut informierter Finanzier. Investitionen werden mittel- bis langfristig eingegangen.

In diesem Grundlagenartikel diskutiert Till Schwalm: Was ist Value Investing? Der Artikel ist Teil einer Serie von einführenden Artikel ins Value Investing.

Timing und kurzfristige Kursschwankungen werden ignoriert

Und je länger der Value Investor an dem Unternehmen festhält, umso unwichtiger wird der Preis, zu dem er sich von seinem Investment trennen kann. Im Extremfall, einer Familie, die ein Unternehmen über Generationen besitzt, spielt der Preis, zu dem man das Unternehmen am Ende verkauft, kaum eine Rolle. Die Familie investiert ihr Geld bzw. das Geld der Firma in das Unternehmen, um daraus neue Gewinne bzw. regelmäßige Dividenden zu erhalten.

Diese Rendite auf das investierte Kapital zeigt den inneren Wert des Unternehmens. Die Ertragskraft des Unternehmens ist also wichtiger als der Preis, für den das Unternehmen verkauft werden kann oder am Ende mehrerer Generationen verkauft wird. Dieses Beispiel zeigt, was Value Investing ausmacht: Man investiert in Einkommen, während ein Spekulant auf den Preis setzt.

Was ist Value Investing

Wie findet der Value Investor den inneren Wert?

 Er versucht sich ihn über fundamentale Kriterien zu nähern, wie die folgenden Fragen beispielhaft zeigen.

  • Werden Dividenden regelmäßig ausgezahlt?
  • Werden nachhaltige Gewinne erzielt?
  • Wie hoch sind die Dividendenrendite, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis, die Eigenkapitalquote und die Eigenkapitalrendite?
  • Hat sich das Geschäftsmodell bewährt und ist es einfach zu verstehen (zum Beispiel Güter/Dienstleistungen des täglichen Bedarfs)?
  • Hat das Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil?
  • Wie sind die Marktposition und das Wachstumspotenzial des Unternehmens?
  • Welche Produkte sind am Markt oder kommen bald? Gibt es Substitute (Ersatzprodukte) oder könnten solche zukünftig auf den Markt kommen?
  • Welche Marken gehören dem Unternehmen?
  • Wer sind die Manager? Wie lange sind sie schon im Unternehmen? Wie lange sind sie in der Branche tätig? Wie offen, direkt und verlässlich sind die Manager?
  • Wem gehört das Unternehmen mehrheitlich?

Diese und ähnliche Fragen werden dabei von jedem Investor unterschiedlich gewichtet. Eine goldene Regel, welche Faktoren am wichtigsten sind oder welche Höhe einzelne Kennzahlen haben müssen, fehlt. Jeder Value Investor kann auf andere Faktoren besonders Wert legen. Wichtig ist, dass er das Unternehmen verstanden hat und seine Ertragskraft und damit den inneren Wert bestimmen kann.

Bildquelle: Dan Meyers on Unsplash

Dein Autor ist:

Till Schwalm

2 Beiträge

Alle Beiträge des Autors
Folge ihm hier:

2 thoughts on “Grundlage des Value Investings: Was ist Value Investing?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.