Was habe ich von guten Investoren gelernt?

Was habe ich von guten Investoren gelernt?

Seit 2018 hatte ich das große Vergnügen außergewöhnlich gute Investoren zu interviewen. Diese Investoren haben über längere Zeit eine deutlich bessere Rendite als der Markt erzielt. Teilweise ist ihr verwaltetes Kapital sogar um 20 % bis 30% pro Jahr über mehrere Jahre hinweg gewachsen.

In meinen Interviews durfte ich mehr über die Konzepte hinter diesem Erfolg erfahren und auch einzelne Investments besprechen. Dabei konnte ich einige Muster erkennen. Diese will ich dir hier vorstellen. Übrigens: Die Interviews findest du hier und auf www.good-investing.net.

Wenige, konzentrierte Wetten

Das Portfolio guter Investoren, die den Markt schlagen, besteht meist aus wenigen Investments. Sehr oft „wetten“ sie auf den Erfolg von 5 bis 15 Unternehmen, die sie sehr detailliert kennen. Sie haben tiefes Wissen über diese Unternehmen. Wenn man die richtigen Fragen stellt, kann man sich mit diesen Investoren fast stundenlang über einzelne Aktien austauschen.

Nein sagen

Nach meiner Beobachtung sagen gute Investoren oft „Nein“ zu neuen Ideen. Vielmehr wird viel Energie dafür verwendet bestehende Investments noch besser kennen zu lernen.

Natürlich sehen sich erfolgreiche Investoren auch mal neue Investments an. Aber bis sie wirklich investieren vergehen mehrere Monate oder sogar Jahre. In dieser Zeit lernen sie mögliche, neue Investments besser kennen.

Qualität ist guten Investoren wichtig. Neben der Qualität des Geschäftsmodells ist die Qualität des Managements besonders wichtig.

In der Nische unterwegs sein

Sehr erfolgreiche Investoren sind oft in einer Nische unterwegs. Sie haben sich eine Nische gesucht in der sie sich „wie in ihrer Westentasche“ auskennen. Sie konzentrieren sich beispielweise auf neu entstehende Plattformunternehmen, deutsche Nebenwerte oder eine andere überschaubare Nische. Für diese Nischen bauen Sie sich ein Framework auf, das Ihnen erlaubt überragende Renditen zu erzielen.

Qualität im Scherbenhaufen

Gute Investoren suchen nach „Qualität im Scherbenhaufen“. Sie mögen es hoch qualitative Unternehmen dann zu kaufen, wenn viel Unsicherheit herrscht. Shortattacken gegen Unternehmen können gute Kaufchancen sein. Auch der Eintritt finanzstarker Wettbewerber und ein damit einhergehender Kursverfall kann eine Chance sein, wenn man die Wettbewerbsdynamik gut kennt. Temporäre Verwerfungen in ihrem Markt können die Erträge eines Unternehmens einbrechen lassen. Auch hier können sie zu attraktiven Preisen an der Börse kaufbar sein – besonders wenn man eine längerfristige Perspektive einnimmt.

Oft Investments in gut skalierbare, sticky Technologieunternehmen

In den Portfolios vieler guter Investoren finden sich oft Techwerte, die Skaleneffekte aufweisen. Sie werden mit jedem weiteren Euro Umsatz profitabler. Die Angebote solcher Firmen sind auch meist extrem „sticky“. Landen die Nutzer einmal bei diesem Angebot bleiben sie auch dauerhaft daran „kleben“. Oft sind diese Geschäftsmodelle wenig kapitalintensiv. Sie können mit begrenztem Kapitaleinsatz wachsen.

Intensives Engagement

Außergewöhnliche Resultate beim Investieren benötigen auch ein Engagement, das intensiverer Natur ist. Man muss ich intensiver in Themen einarbeiten und eine Expertise entwickeln, um erfolgreich zu sein. Dieser „Stress“ kann sich aber wirklich lohnen.

Screening? Nein danke!

Auf die Frage, ob sie Screening vorwiegend zur Ideengenerierung nutzen, tendieren viele gute Investoren mit einem Nein zu antworten. Screening wird zwar genutzt – aber ich hatte das Gefühl, dass Ideen mehr durch Fachkonferenzen, das eigene Netzwerk oder auch das intensive Lesen von Geschäftsberichten gewonnen werden.

Photo by Clark Tibbs on Unsplash

Dein Autor ist:

Tilman Versch

263 Beiträge

Tilman ist ein sehr begeisterter, langfristig orientierter Investor. Über die letzten Jahre hat er sich wichtige Investingkonzepte autodidaktisch beigebracht. Dabei versucht er einen positiven Klima- und Umweltimpact mit seinen Investments zu verbinden.
Alle Beiträge des Autors
Folge ihm hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.